Ich pflanze einen
Flieder
für dich
„Mein Gott, was haben wir gemacht, dass du uns verlassen hast?“. Diese Worte flüsterte die am 16. Oktober 1923 in Aurich geborene Hannelore Wolff fassungslos angesichts der erlebten Grausamkeiten in der Viehauktionshalle in Weimar in jener Mainacht des Jahres 1942. Von hier aus werden sie, ihre Mutter und zwei Brüder unter hunderten Thüringer Jüdinnen und Juden in Vernichtungslager in Polen deportiert. Dort werden Millionen jüdischer Mitmenschen, darunter die Familienangehörigen von
Hannelore Wolff, ermordet. Als eine der wenigen Überlebenden des Holocaust wird sie Jahrzehnte später als Laura Hillman in ihrem Buch „Ich pflanze einen Flieder für dich“ darüber Zeugnis ablegen. Die gleichnamige Fotoausstellung zeigt synästhetische Momente des musikalischen Gedenkens des Erfurter Ensembles The String Company an jene Verbrechen in der Ruine der 2015 durch Brandstiftung zerstörten Viehauktionshalle und zitiert die Erinnerungen von Laura Hillman an die Nacht vor gerade einmal 83 Jahren.